Internetzugang in Unterkünften für Geflüchtete

„Nach einem Gespräch mit dem Flüchtlingsrat ist uns noch mal verschärft klargeworden, wie dramatisch die Umstellung auf digitalen Unterricht für benachteiligte Kinder und ganz besonders für Kinder in den Mainzer Geflüchtetenunterkünften ist. Dass die Bewohnerinnen und damit auch die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen derzeit keinen stabilen Internetzugang haben, ist in mehrfacher Hinsicht eine soziale Benachteiligung. Für die betroffenen Schülerinnen bedeutet es schlicht, dass ihnen momentan der Zugang zu Bildung schlimmstenfalls komplett verwehrt ist. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, findet Ellen Kubica zuständiges Stadtratsmitglied für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.


Dass die ehrenamtliche Initiative der „Freifunk Community“ bisher, wenn auch notgedrungen in sehr begrenztem Umfang, für die Anbindung ans Internet in einigen Flüchtlingsunterkünften gesorgt habe, ist aus Sicht der GRÜNEN Stadtratsfraktion von unschätzbarem Wert gewesen, reicht aber in Zeiten einer Pandemie einfach nicht aus.


Auch die Tatsache, dass die Bewohner*innen nicht mit Ihren Familien in der Heimat Kontakt halten können, ohne sich alle dicht gedrängt in dem kleinen Radius einer Richtantenne mit begrenztem Datenvolumen aufzuhalten, ist in Zeiten, wo wir alle aufgrund der Pandemie Abstand halten sollen ein unhaltbarer Zustand, findet Kubica. Gerade jetzt wo viele Angebote für die geflüchteten Menschen wegfielen, weil Ehrenamtliche nicht mehr in die Unterkünfte dürfen, ist der Austausch mit Angehörigen in der Heimat mit Hilfe von Internet und digitalen Medien von hoher Bedeutung für die psychische Gesundheit dieser Menschen.


Um der Dringlichkeit dieses Anliegens Nachdruck zu verleihen, hat die GRÜNE Stadtratsfraktion mit dem Sozialdezernat abgesprochen, dass dieses Thema auf die Tagesordnung der kommenden gemeinsamen Sitzung des Sozial – und Jugendhilfeausschusses gesetzt wird.

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