GRÜNE Stadtratsfraktion fordert Klarheit über Beteiligung von Land und Bund
Die Mainzer Stadtratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert mehr Klarheit über die künftige Finanzierung und Trägerschaft des Gutenberg-Museums. Anlass ist die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der GRÜNEN Stadtratsfraktion zur Stadtratssitzung am 9. September 2026 (Vorlagennummer 1464/2026).
Bei der Bürgerinformation zum aktuellen Stand beim Neubau des Gutenbergmuseums am 26. August hatte Oberbürgermeister Nino Haase berichtet, dass das Land Interesse daran hat in die Trägerschaft einzusteigen und zugleich kritisiert, dass es bisher von Seiten des Fachdezernats zwar ebenfalls einen Austausch gab, er sich aber einschalten musste, um nun konkret voranzukommen.
Die nun vorliegende Antwort der Verwaltung zeigt jedoch, dass bei einem Gespräch von Haase und Baudezernent Ludwig Holle mit Kulturstaatssekretär Denis Alt lediglich verabredet wurde, weitere Gespräche über die Zukunft des Museums zu führen. Konkrete Vereinbarungen wurden offenbar noch nicht getroffen. Auch Gespräche mit dem Bund und weiteren möglichen Partnern sollen erst noch folgen. Von positiven Signalen der Landesregierung war in der Antwort der Verwaltung nicht mehr die Rede. Das wirft Fragen zu den vollmundigen Ankündigen des Oberbürgermeisters auf.
Dazu sagt Teresa Bicknell, kulturpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Mainzer Stadtrat: “Wir begrüßen, dass sich die Verantwortlichen in Mainz und im Land an einen Tisch setzen, um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Aber zwischen interpretierbaren Signalen und einer belastbaren Zusage liegt hier ein erheblicher Unterschied. Die Aussagen des Oberbürgermeisters verwundern umso mehr, da er das Fachdezernat gerade für fehlende belastbare Fortschritte kritisiert hat und nun selbst einräumen muss, dass es erst einmal nur ein Gespräch gab. Bei einem Projekt dieser Größenordnung müssen die Bürgerinnen und Bürger wissen, was auf die Stadt finanziell an Belastungen zukommt.”
Für die Mainzer GRÜNEN steht der Neubau selbst nicht infrage. Im Gegenteil: Das Gutenberg-Museum ist eines der wichtigsten Kulturprojekte unserer Stadt. Gerade deshalb braucht es jetzt belastbare Vereinbarungen mit dem Land und eine dauerhafte Beteiligung des Bundes. Bicknell ergänzt: “Gutenberg gehört zu Mainz wie der Dom und die Fastnacht – seine Erfindung hat aber weit über unsere Stadt hinaus Weltgeschichte geschrieben. Wir sind uns alle einig, dass deshalb die Verantwortung für ein Weltmuseum der Druckkunst nicht dauerhaft allein bei der Stadt Mainz liegen kann. Land und Bund müssen deshalb Verantwortung hinsichtlich Trägerschaft und Finanzierung übernehmen.”
Jetzt müssen aus den angekündigten Gesprächen auch konkrete Zusagen folgen. Die GRÜNE Stadtratsfraktion erwartet, dass in diesem Prozess die Mandatsträger*innen in den zuständigen Gremien kontinuierlich einbezogen werden, um echte Fortschritte zu erzielen. Erst dann können öffentliche Erfolgsmeldungen erfolgen. “Wir wollen ein modernes Gutenberg-Museum am historischen Standort und wir wollen, dass dieses Jahrhundertprojekt gelingt“, so Bicknell abschließend.
