Im Oktober hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in Kooperation mit dem ACE Auto Club Europa eine Untersuchung zur Schulwegesicherheit in Deutschland veröffentlicht. Rheinland-Pfalz liegt im Bereich Infrastruktur dort mit 7.7 von 14 möglichen Punkten auf dem vorletzten Platz. 55% der Schulwege wurden sogar als gefährlich eingestuft.
In Mainz war die Lemmchenschule Teil der Studie. Mit 11 von 14 möglichen Punkten ist die Infrastruktur vor Ort eine der sichersten in Rheinland-Pfalz. Auf einem Rundgang mit interessierten Bürger*innen haben sich Katrin Eder und Janina Steinkrüger am vergangenen Samstag selbst ein Bild davon gemacht, was Mainz in Mombach richtig macht und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.
„In Mainz wurden die Schulumfelder der Grundschulen bereits in der Vergangenheit systematisch erfasst. Jetzt geht es darum, die Stadtteile weiter in den Blick zu nehmen und dafür zu sorgen, dass Kinder, mobilitätseingeschränkte Menschen oder auch andere Fußgängerinnen und Fußgänger gut die Straßen überqueren können”, erläutert Katrin Eder, die Spitzenkandidatin für Rheinland-Pfalz den Anlass des Termins: “Abgesenkte Bordsteine, Gefahr durch auf dem Gehwegen parkende Autos, dadurch bedingte schlechte Sicht in die Straße und ganz konkret eine gute Überquerung auch der Hauptstraße in Mombach sollen heute Thema sein, um Zufußgehen in Mombach weiter sicherer zu machen.”
Beigeordnete Janina Steinkrüger ergänzt: „Nach den zahlreichen Anregungen von vielen Eltern haben wir gemeinsam mit den Expert*innen der Verkehrsverwaltung festgestellt, dass das ursprüngliche Konzept, die Hauptstraße an allen Stellen gut überqueren zu können, überdacht. Die parkenden Fahrzeuge sind immer größer geworden, Kinder können den Straßenraum so nicht gut einsehen. Aus diesem Grund habe ich in den Haushalt der Stadt Geld für einen Zebrastreifen mit Beleuchtung auf der Hauptstraße eingestellt und gehe davon aus, dass er im Verlauf 2026 gebaut werden wird.“
„Wir sind natürlich stolz, dass uns der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der Auto Club Europa eine gute Infrastruktur an der Lemmchenschule bescheinigen,” kommentiert Janina Steinkrüger das Ergebnis der Studie: “Das zeigt ganz klar, dass wir mit unserer Verkehrspolitik in Mainz die richtigen Maßnahmen ergreifen, um für mehr Sicherheit im Straßenverkehr insbesondere bei den Schulwegen zu sorgen.”
Der Auswertung des ACE zufolge gibt es beim Bringverkehr in Mombach allerdings Defizite. „Wir sehen aber auch, dass es noch Verbesserungspotentiale gibt,“ fährt die Beigeordnete fort: „Elterntaxis stellen für Schulkinder ein erhöhtes Gefahrenpotential dar, wenn wie in Mombach im Halteverbot oder gar auf dem Zebrastreifen gehalten wird.“
„Wir GRÜNE denken Mobilität kindgerecht. Wir wollen Schulwege für alle Kinder in Rheinland-Pfalz sicher machen,“ stellt Katrin Eder das dreiteiliges Maßnahmenbündel der GRÜNEN Rheinland-Pfalz vor:
- In einem Schulwegekataster sollen Kommunen Schulwege strukturiert erfassen. So können Verbesserungspotentiale nach gängigen Standards identifiziert werden. Die Schulträger werden verpflichten, Schulmobilitätspläne für den Fuß- und Radverkehr gemeinsam mit allen Grund- und weiterführenden Schulen zu erstellen. Diese sollen konkrete ineinandergreifende Maßnahmen zu Infrastruktur, Erziehung, Kommunikation zu den Maßnahmen und verkehrsrechtlichen Anordnungen enthalten.
- Kinder sind fast immer auch Fußgänger. Fußverkehrschecks, die in RLP bisher nur modellhaft durch das Land gefördert werden (10/Jahr) wollen die GRÜNEN landesweit für alle Kommunen fördern. Dabei müssen Kinder und ihre besondere Perspektive direkt in die Erarbeitung von Maßnahmenpläne eingebunden werden. Sichere Gehwege nutzen allen Fußgängerinnen und Fußgängern – egal ob Kinder auf dem Schulweg, ältere Menschen mit Rollstuhl und Rollator oder Familien mit Kinderwagen.
- Das Einrichten von Schulstraßen und Schulzonen soll den Kommunen erleichtert werden. Landesweit Einheitliche Regeln nach baden-württembergischem Vorbild die Sicherheit im direkten Umfeld von Schulen deutlich.
„Sichere Schulwege senken das Unfallrisiko für Kinder im Straßenverkehr erheblich, denn dort, wo Kinder selbstständig und sicher zur Schule gehen oder mit dem Rad fahren können, gibt es weniger Bedarf an Elterntaxis – und damit weniger Konflikte vor den Schulgebäuden beim Holen und Bringen. Und sichere Schulwege sind auch gleichzeitig sichere Wege für Menschen mit Einschränkungen beim Gehen, wie auch ältere Menschen,“ begründet Staatsministerin Eder den Maßnahmenkatalog.

