Die Stadtratsfraktionen der GRÜNEN, CDU und SPD stellen in der Stadtratssitzung am Mittwoch einen Antrag zur Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für Familienleistungen. Mit dieser Initiative soll die Inanspruchnahme von finanziellen Leistungen für Familien erleichtert und somit Kinderarmut aktiv entgegengewirkt werden.
Der Antrag sieht vor, dass die Stadtverwaltung prüft, an welchem zentralen Ort eine gemeinsame Anlaufstelle für Familienleistungen geschaffen werden kann. Nach dem Vorbild der Stadt Wiesbaden, die mit dem Projekt „Familienleistungen vor Ort“ bereits positive Erfahrungen gesammelt hat, soll ein niedrigschwelliges One-Stop-Angebot entstehen, das den Zugang zu verschiedenen Familienleistungen wie dem Teilhabepaket, Unterhaltsvorschuss, Wohngeld und Leistungen des Jobcenters vereinfacht.
Stefanie Gorges, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Stadtratsfraktion, erläutert: „Viele Familien in Mainz nehmen ihnen zustehende Leistungen nicht in Anspruch, weil sie entweder nichts von ihnen wissen oder an der Komplexität der Antragsverfahren scheitern. Mit einer zentralen Anlaufstelle wollen wir bürokratische Hürden abbauen und Familien gezielt unterstützen. Es kann nicht sein, dass Kinder in Armut leben, während ihre Familien gleichzeitig Ansprüche auf finanzielle Unterstützung haben, diese aber aufgrund komplizierter Strukturen nicht wahrnehmen können.“
Der Antrag umfasst zudem die Prüfung, wie bestehende Beratungsangebote besser verzahnt werden können, um etwa die Lotsenfunktion von Kita- und Schulsozialarbeit zu stärken. Auch soll evaluiert werden, ob an einem festen Tag im Monat alle relevanten Leistungsträger an einem zentralen Ort vertreten sein können, um Mehrfachtermine für betroffene Familien zu vermeiden.
„Wir orientieren uns dabei an erfolgreichen Modellen wie dem Wiesbadener Projekt, das gezeigt hat, wie effektiv solche gebündelten Beratungsangebote sein können. Unser Ziel ist es, dass jedes Kind in Mainz die Unterstützung erhält, die ihm zusteht – unabhängig vom sozialen Status der Eltern oder deren bürokratischen Fähigkeiten“, so Gorges weiter. Die GRÜNEN betonen, dass die vorgeschlagene Maßnahme nicht nur den betroffenen Familien zugutekommen würde, sondern auch eine Entlastung für die zuständigen Behörden wie Familienkasse, Jobcenter und Wohngeldstelle darstellen könnte.
Sprecherin OV Mombach