Am heutigen Freitag, den 1. August hat die EU-Kommission verkündet, den Schutz des Mainzer Sandes über den Ausbau der Autobahn A643 zu stellen. Der Mainzer Sand ist NATURA-2000 Schutzgebiet und eine der letzten Heimaten für viele bedrohte Arten.
„Wir GRÜNEN Mainz begrüßen die Entscheidung der EU ausdrücklich! Das Biotop des Mainzer Sandes ist durch die vorhandene Autobahn in zwei Teile zerschnitten. Dies ist bereits jetzt eine erhebliche Belastung für Flora und Fauna. Der sechsspurige Ausbau hätte insbesondere mit der geplanten Lärmschutzwand weitere negative Eingriffe in die Natur bedeutet und den Erhalt des Naturschutzgebietes weiter gefährdet“, kommentiert die Kreisvorsitzende Teresa Bicknell.
Der Co-Kreisvorsitzende Christoph Kozubek ergänzt: „Natur- und Umweltschutz sind kein grünes Nischenthema, sondern gehen uns alle an. Es ist richtig und wichtig, dass die EU-Kommission diese Meinung teilt. Der Mainzer Sand leidet bereits jetzt unter dem Eintrag von Stickstoff aus den Autoabgasen, was zu einer Überdüngung der eigentlich kargen Sandböden führt. Ein Ausbau der A643 würde nicht zu weniger Stau, sondern zu Stau mit mehr Fahrzeugen und den damit einhergehenden negativen Auswirkungen führen. Induzierte Nachfrage im Verkehrsbereich ist bereits seit Jahrzehnten wissenschaftliche dokumentiere Realität und keine ‚grüne Ideologie‘.“
Induzierte Nachfrage beschreibt einen Effekt, bei dem der Ausbau von Straßen zu einem höheren Verkehrsaufkommen führt und so das eigentliche Ziel, Staus zu verringern, ins Gegenteil verkehrt wird. Dies wird darauf zurückgeführt, dass ausgebaute Strecken mehr Menschen dazu veranlasst, das Auto zu nutzen, statt auf alternativen wie den ÖPNV zurückzugreifen.
„Wer das Nadelöhr im Mainzer Sand entlasten will, muss die Alternativen, also die Radinfrastruktur und den öffentlichen Nahverkehr, ausbauen. Je mehr Menschen auf das Auto verzichten können, desto weniger Autos bilden den Stau auf der A643“, fasst Bicknell zusammen.
