v.l.n.r.Gregor Hofmann, Doktorand an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, Misbah Khan, GRÜNE-JUGEND-Kandidatin für die Landtagswahl und Sprecherin der GRÜNEN Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationales, Daniel Köbler, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag und Direktkandidat für Mainz I, Dr. phil. Sascha Werthes, Managing Director der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, Luana Linhares und Florian Kowaleski vom Mainzer Verein "Fallschirm Mensch e.V.".

v.l.n.r.Gregor Hofmann, Doktorand an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, Misbah Khan, GRÜNE-JUGEND-Kandidatin für die Landtagswahl und Sprecherin der GRÜNEN Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationales, Daniel Köbler, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag und Direktkandidat für Mainz I, Dr. phil. Sascha Werthes, Managing Director der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, Luana Linhares und Florian Kowaleski vom Mainzer Verein "Fallschirm Mensch e.V.".

Podiumsdiskussion „Let’s tak about Peace“

Am Samstag, dem 23.01.2016 fand im Erbacher Hof in der Mainzer Altstadt die Podiumsdiskussion „Let’s talk about Peace“ vom GRÜNEN Kreisverband Mainz statt.

Auf dem Podium saßen Gregor Hofmann, Doktorand an der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, Dr. phil. Sascha Werthes, Managing Director der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, Luana Linhares und Florian Kowaleski vom Mainzer Verein „Fallschirm Mensch“, der sich für Geflüchtete einsetzt, Misbah Khan, GRÜNE-JUGEND-Kandidatin für die Landtagswahl und Sprecherin der GRÜNEN Landesarbeitsgemeinschaft Frieden und Internationales, sowie Daniel Köbler, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag,- und diskutierten über Konzepte und Wege für nachhaltigen und gerechten Frieden.

Kristallisations- und Ausgangspunkt für allgemeine friedenspolitische Betrachtungen blieb dabei der fortdauernde Bürgerkrieg in Syrien.  Darüber hinaus wurde allerdings auch diskutiert, wie solche Konflikte entstehen, welche Folgen – auch langfristig –  solche Konflikte haben und welche Lösungsansätze hilfreich sein könnten. Gleichzeitig  spiegelte der Mainzer Direktkandidat Daniel Köbler die Themen immer wieder zurück auf die  Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz, sowie die Fluchtproblematik allgemein.

Gregor Hofmann erläuterte zunächst die sehr komplexen Zusammenhänge im Fall von Syrien und ordnete sie ein. Insbesondere unsichere Informationslagen und wechselnde Allianzen machen den Krieg in Syrien selbst für Expertinnen und Experten schwer durchschaubar.

Misbah Khan stellte anschließend die Bandbreite GRÜNER Friedenspolitik vor und betonte dabei vor allem die Bedeutung von umfassenden, fairen, beteiligenden und nachhaltigen Friedens- und „Entwicklungs“-plänen. Vor jeglicher militärischer Intervention muss somit eine genaue Planung des „Danach“ stehen, wobei vergangene Fehler nicht wiederholt werden dürfen. Bei den Planungen müssen alle wichtigen Parteien beteiligt sein, wobei oberstes Gebot die Beteiligung der betroffenen Zivilgesellschaften selbst sei. Kriege könnten nur politisch gewonnen werden, nicht militärisch und eine militärische Beteiligung kann grundsätzlich sei grundsätzlich nur einen kleinen Beitrag leisten, sondern ist häufiger kontraproduktiv.

Sascha Werthes stellte die Arbeit der Friedensakademie Rheinland-Pfalz vor, die sich erst seit 2014 für umfassende politische Bildung und eine starke Friedensperspektive im Land einsetzt.

Luana Linhares und Florian Kowaleski ergänzten das Gespräch um eine zivilgesellschaftliche Perspektive direkt aus Mainz.

Anschließend wurde das Gespräch für das Publikum geöffnet, sodass ein lebhafter Austausch entstand.

Zusammenfassend lässt sich schließlich sagen, dass es zur Befriedung solcher Konflikte folglich auch nicht die Patentlösung geben kann – zumal durch westliche Intervention – sondern viele kleine und möglichst lokale Schritte sind erforderlich. In der Vergangenheit waren insbesondere solche Konfliktlösungen erfolgreich, die auf lokalen Eigeninitiativen aufbauen konnten. Wichtiger als direkte militärische Eingriffe, die immer große Gefahren mit sich bringen, vor allem wenn sie von ausländischen Mächten vorgenommen werden, ist es das zerstörte umfassende Sicherheitsbedürfnis der Menschen, die unter einem Konflikt leiden, herzustellen. Dazu muss Rechtssicherheit wieder hergestellt werden und internationales Recht zur Anwendung kommen. Entscheidend ist, dass sich Frieden für die Betroffenen lohnen muss: entstandene Kriegsökonomien also abgebaut werden und ökonomische und soziale Sicherheitswahrnehmung wieder gewährleistet werden. Die Abwägung zwischen dem humanitären Druck, in einem Konflikt einzugreifen, und einer militärkritischen Blick ist aus GRÜNER friedenspolitischer wie aus wissenschaftlicher Sicht äußerst kompliziert.

Insbesondere im Angesicht von immer mehr polarisierender Debatten in Deutschland ist es wichtig, eine Absage an einfache Antworten zu geben und zu versuchen, der komplexen Wirklichkeit gerecht zu werden. Es braucht einen umfassenden Begriff von Integration, der alle Menschen in einem Land mitnimmt, wozu auch die Arbeit der Friedensakademie in Rheinland Pfalz durch politische Kompetenzbildung einen wichtigen Beitrag leisten kann und wird. Die Friedensakademie wird mit uns weiterhin gute Arbeit leisten können und Öffentlichkeitsarbeit für echten Frieden mit der wissenschaftlichen Forschung verbinden.

 

Bericht von Sebastian Hebler

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